Damit ihr wisst womit ich meine Zeit verplemper statt zu antworten oder Info-Texte zusammenzuschreiben...
Wie wunderschön..., dachte Raina. Die Sonne war gerade eben erst über den Horizont gekrochen und tauchte die Felskante auf der sie saß in ein tiefes, rotgelbes Licht. Es war noch nicht hell genug um den Weyrkessel unter ihr zwischen den herabbaumelnden Füßen zu erkennen, aber hier und dort konnte sie entlang der Klippen einzelne Drachen erkennen, die sich verschlafen in den ersten Sonnenstrahlen der frühen Morgensonne räkelten. Nur der Wachdrache war bereits vollauf wach, hatte seinen Posten mit dem Wher getauscht, der sich eilends vor der Sonne flüchtend in seine Kammer zurückgezogen hatte. Leise drang das süße Zirpen von Feuerechsen an ihr Ohr, die mit sanften Melodien den neuen Tag begrüßten. Muss wohl ein Paarungsflug sein... dachte die Grüne Reiterin, als sie einen kleinen Schwarm mit aufgeregtem Getöse über den Weyr-See hinwegschießen sah. Von hier oben waren sie kaum mehr als farbige Pünktchen, die kaum mehr zu erkennen waren, jetzt da die Sonne erstmals auf den funkelnden See unter ihnen fiel. Ein rascher Blick auf das freigeräumte Regalbrett versicherte ihr, dass ihre beiden Feuerechsen an der wilden Jagt nicht teilnahmen. Nicht einmal die dunkelblaue Echse ihres Gefährten rührte sich. Die beiden weiblichen Tiere hatten sich eng aneinander geschmiegt, den Kopf unter den Flügel des jeweils anderen geschoben, nur Coax lag etwas abseits... Er war beim gestrigen Füttern besonders garstig gewesen, errinerte sich Raina.
Mit einem Lächeln ließ sich Raina zurücksinken, die Arme hinter dem Kopf verschränkt. Bis die Sonne hoch genug gestiegen war um wirklich Wärme zu bieten war ihr die Kühle des Vorsprungs wahrscheinlich in die Glieder gekrochen, aber noch hatte sie nicht vor wieder aufzustehen. Unbewusst glitt eine Hand empor um die ungewohnte Emotion auf ihrem Gesicht zu ertasten, ehe sie sich mit einem noch tieferen Lächeln einen Narren schalt. Seltsamerweise war sie vor einigen Minuten aufgewacht und hatte zum ersten Mal seit dem entsetzlichen Kampf das Gefühl gehabt wirklich lebendig zu sein. Vielleicht lag es daran, dass sie zum ersten Mal seit langem die ganze Nacht ohne Störung durchgeschlafen hatte? Ganz im Gegensatz zu ihrem Gefährten, wie sie mit einem Blick über die Schulter feststellte. K'ryan schlief mit halb geöffnetem Mund, der Kopf zurückgesunken, auf einem der Stühle. Ihre beiden Kinder, noch im Säuglingsalter, in den Armen, fest schlafend und an seine Brust gekuschelt. Sie mussten ihn die ganze Nacht wachgehalten haben und erstaunlicherweise hatte Raina endlich mal einmal trotz des Geplärres einfach weitergeschlafen. Zum Glück fingen die Kleinen endlich an auch mal feste Nahrung zu sich zu nehmen, was die ganze Sache erheblich einfacher machte.
Ihr Blick glitt weiter, beinahe unbewusst blieb er an ihren Drachen hängen. Delsath' Narben hoben sich noch immer überdeutlich von ihrer leuchtendgrünen Haut ab, tiefe Furchen deren Ursache völlig unverkennbar war. Nur ein Drache konnte einem anderen derartige Verletzungen zufügen. Kein Wher war groß genug um solche Spuren zu hinterlassen... und der Kampf war nicht einmal besonders ehrenvoll gewesen... Mit einem Seufzer wanderte ihr Blick rasch weiter zu Delsath braunem Gefährten, der Narben ganz anderer Art trug. Sie konnte die dünnen Linien auch von hier aus gut erkennen. Der alte Feind der Drachen hatte sie ihm beigebracht, hatte Xantath nur um Haaresbreite verfehlt... und dann war da noch die etwas hellere Stelle an Xantath' Kopf, wo ihm ein ziemlich großer Stein auf den Kopf gefallen war. K'ryan hatte vor nicht allzu langer Zeit ebenfalls eine Kopfverletzung gehabt... vielleicht waren sich Drache und Reiter doch weit ähnlicher als zunächst angenommen... hoffentlich hatten sie etwas daraus gelernt. Tsk. Als wenn... Obwohl K'ryan genau wusste, wie sehr sie es hasste flog er noch immer die selben halsbrecherischen Manöver wie vorher auch. Raina musste es wohl einfach hinnehmen. Schließlich flog sie ebenfalls diese und gefährlichere Manöver seitdem sie wieder am Fädenkampf teilnahm. Es war also nur gerecht, wenn der braune Reiter dies ebenfalls durfte... Aber manchmal musste er einfach daran errinert werden, dass er jetzt eine Familie im Hier und Jetzt hatte um die er sich zu kümmern hatte und nicht ständig einer Vergangenheit nachhängen konnte an der er ohnehin nichts mehr ändern konnte. Manchmal machte er Raina richtiggehend wahnsinnig.
Aber nur manchmal. Irgendwie war sie heute entspannter als in den vergangenen Monaten. Sie würde noch eine Weile den herandämmernden Morgen genießen, dann müsste sie aufstehen und den übermüdeten K'ryan vor ihren plärrenden Kindern retten, bevor er noch vor Erschöpfung zusammenbrach. Irgendwie hatte er es nicht leicht...
...aber egal wie oft sie ihn rauswarf... er kam immer wieder zurück...




























