Hab mich jetzt mal an das erste Kapitel dran gemacht, das eigentlich noch gar nicht so vielsagend ist, aber das wird noch. Meine Befürchtung ist nur, das das ganze etwas zu kindisch rüber kommen könnte, da wie gesagt die Story schon alt ist und ich bereits vor einigen Jahren damit begonnen habe sie weiter zu spinnen.
Noja lests mal durch und sagt was ihr so auf den ersten Schlag denkt.
Das neue Schuljahr
„Liebe Dorothy, heute Morgen um 6 Uhr ist meiner Mama nach den wundervollen zwei Wochen, in denen sie mich besuchte, nach Hause gereist. Am Abend davor gab es noch ein großes Fest mit einem großen Lagerfeuer und einem bunten Feuerwerk am Schluss. Ich hatte ganz vergessen, wie sehr ich mich nach meiner Mama gesehnt hatte und obwohl ich nicht weinte als sie mit den anderen Eltern wieder durch das Portal ging, merke ich doch nun wieder umso mehr, das ich viel lieber wieder bei ihr und Kathy daheim wäre und mit meinen Freunden auf eine normale Schule gehen würde. Doch das wird sich sicher bald wieder legen, so wie auch letztes Jahr nach den Ferien. Übermorgen fängt wieder der Unterricht an, endlich bin ich auf dem 3. Rang und…“ Sara stockte beim Schreiben, legte ihren Füllfederhalter auf ihr Kissen und lauschte. Außer dem gleichmäßigen Atmen der Zwillinge und Lisa konnte sie nichts hören. Seit Stunden war das kleine achtjährige Mädchen die einzige im Schlafraum die wach war. Langsam drehte Sara ihren Kopf nach rechts um wieder einmal nur ein leeres Bett mit zerzausten Decken zu erblicken, über dem, im oberen Geschoss des Doppelbettes Lisa schlief. Draußen war es bereits am dämmern und die wenigen Vögel, die sich in dieses kleine Tal verirrt hatten, sangen ein zögerliches Lied, welches wohl den Sommer verabschieden sollte, der nahezu das ganze Jahr auf diesem Planeten regierte. Nagu war nämlich ein kleiner Planet, dessen größte Oberfläche ausschließlich von Sanddünen überzogen war. Das Tal in dem sich Saras Schule befand war eine der wenigen von Bergen geschützten Oasen, in denen Leben geschützt heranwachsen konnte ohne dabei von allzu großer Hitze und Sandstürmen gemartert zu werden. Zudem befand sich in gut 500m Höhe über dem tiefsten Punk des Tales eine dünne Barriere, die von der Direktorin Marchena Kalarf, die eigentlich jeder nur den „Chef“ nannte und einigen anderen Lehrern vor vielen Jahren errichtet worden war, damit auch niemand uneingeladenes herein, kein vorwitziger Schüler heraus gelangen konnte und die Sonnenstrahlung sich nicht zu stark in diesem Trichter, den die Berge formten, bündeln könne. Das einzige Zeichen, des heranrückenden Winters waren die herabfallenden Blätter der Laubbäume, die immer noch nicht wussten, das es in einer Wüste keinen Schnee und sonnenlose Tage gab.
Sara klappte ihr rotes, mit goldenen Fäden verziertes Tagebuch, das sie Dorothy nannte („dore“ bedeutet in Saras Muttersprache „rot“) sorgsam zu, versteckte es wieder unter ihrem Kissen und drehte sich in ihrem Bett um, so das sie nun auf dem Rücken lag. Sie war sich ganz sicher etwas gehört zu haben. Geräuschlos schob sie ihre dunkelbraunen Locken aus dem rundlichen Gesicht bis sie mit einem mal bemerkte, das die eigentlich harte, da betonierte Wand an dem ihr Bett befestigt war, auf einmal unförmig wirkte und an zwei kleinen Stellen Wellen erzeugte. Aus den Wellen heraus drangen, wie aus der Wasseroberfläche auftauchende, zierliche schmale Hände, die nach Sara griffen. Als sie diese Hände vor zwei Jahren das erste Mal so hatte erscheinen sehen, hatte sie mit ihrem hohen Schrei den gesamten Gebäudekomplex der Mädchen aufgeweckt und für viel Trubel gesorgt. Doch nun war ihr morgendliches Weckkommando zur reinen Routine geworden. Herzhaft griff sie nach den Händen und zog daran, bis diese mitsamt dem Rest von Sebbeths Körper durch die Wand hindurch gerutscht waren und nun neben Sara noch ein zweites Mädchen mit extrem heller Haut, kurzen silbrigen Haaren und großen roten Augen saß und sie mit ihrem schönen Lächeln begrüßte. „Du kommst viel zu spät Seb“ grinste Sara ihre Freundin an. „Ich bin schon eine halbe Ewigkeit wach“. „Hättest ja mal klopfen können, dann wäre ich früher gekommen, meine Nacht war auch recht kurz“ antwortete Sebbeth etwas träge und kuschelte sich zu Sara unter die Decke. Sebbeth war eine weiße Luftelementar, die wie viele andere Luftwesen, auch wenn die Arten gar nicht miteinander verwandt waren, ähnliche Fähigkeiten aufwiesen. So waren die meisten vom Körperbau sehr zierlich doch konnten sie dafür sehr schnell laufen und weit springen. Sebbeth gehörte dazu noch zu den wenigen Exemplaren, die die Brücken zwischen ihren Molekülen auflösen konnte und so durch viele Stoffe hindurchgelangen konnte.
„Ich wollte doch keinen we…“ weiter kam Sara mit ihrer Antwort nicht, da in diesem Augenblick draußen zwei Paar Füße den Gang entlang trampelten und immer lauter wurden. Wenige Sekunden später riss Osiris die Tür in den Schlafraum auf und wankte verschlafen und mit tiefen Augenringen auf das leere Bett zu, das gegenüber von Saras stand. Gleich dahinter kam eine der älteren Schülerinnen hinein, die Sara nur vom sehen kannte. Diese sprang leichtfüßig über Osiris Schultern direkt in Lisas Bett und weckte diese damit ruppig aus ihren Träumen. „Neue Schüler sind grad angekommen“ flötete sie lauthals mit ihrer dunklen Stimme durch den Raum womit dann auch die fünfjährigen Zwillinge Jin und Jan vollends aus dem Schlaf gerissen wurden. Diese folgten kurz darauf mit genauso viel Elan aber weniger Eleganz der Schülerin in Lisas Bett, welche nur ein leises murren von sich gab und verzweifelt versuchte die Decke wieder über ihren Kopf zu ziehen. „Ja und? Was sind das denn für welche?“ „Sind es Jungs?“ „Wie sehen sie aus?“ „Warum jetzt schon?“ fragten die Zwillinge durcheinander. „Klettert runter und schaut durchs Fenster! Bis eben standen sie noch auf dem Hof“ antwortete das ältere Mädchen und sprang wieder hinab. Sara beobachtete, wie zuerst das Mädchen, dann die Zwillinge und zuletzt auch Sebbeth sich an das Fenster drückten um erste Blicke zu erhaschen. Eigentlich hätten die Neuankömmlinge für das erste Jahr erst in einer Woche kommen sollen und für gewöhnlich ließ der Chef auch keine weiteren Schüler mehr zu nachdem die Auswahl getroffen war.
Sara beobachtete die vier Mädchen während sie so da am Fenster standen. Die Ältere, deren Namen sie nicht kannte, genauso wie die beiden Zwillinge gehörten zu den Erdkatzen. In Wirklichkeit waren es große zottige Raubkatzen, die aber, aus Gründen die sich Sara noch verschlossen, die Fähigkeit hatten menschenähnliche Gestalt anzunehmen, was sie auch bevorzugt nutzen. Ausschließlich ein kurzes Fell, Schwanz, Pupillen und Katzenohren erinnerten noch an ihre wahre Gestallt. Die Erdkatzen gehörten genauso wir Saras Art, die sich Mensch nannte, zu den Erdeelementaren. Zu dieser Rubrik gehörte eigentlich fast alles, was nicht fliegen konnte, bevorzugt auf dem Land lebte und in manchen Fällen in der Lage war, die Stimme der Erde zu hören. Sara gehörte zu den wenigen die diese Stimme hören konnte, doch für sie war es immer nur vergleichbar mit dem leichten Plätschern eines Baches. Hin und wieder hatten sich mal Worte daraus geformt aber nur selten hatten sie Sinn ergeben.
„Hey, das sind ja wirklich Jungs!“ „Glaubst du echt? Der kleinere hat ziemlich lange Haare.“ „Doch ich denk schon“, schnatterten die Zwillinge hin und her, was Sara nun auch neugierig machte. Nachdem sie ich einen Ausguck frei gedrängelt hatte, konnte sie nun auch den Hof beobachten.
Als erstes fiel ihr der große braune Drache auf, der am anderen Ende des Hofs, kurz vor dem Brunnen hockte und das vor sich geschehende beobachtete. Das Morgenrot tauchte die ganze Szene in ein oranges Licht und ließ die Schuppen des geflügelten Wesens glitzern. Sara sah täglich Drachen, ja sie hatte sogar einige im Unterricht und just in diesem Moment stand ja eine in der Gestalt von Sebbeth neben ihr. Doch die meisten waren so wie die Erdkatzen inaktiv, zeigten sich also in einem fast gänzlich menschlichem Antlitz. Die wenigen hier lebenden Drachen, die entweder noch zu jung und unerfahren oder einfach zu unbegabt waren um ihre Gestalt zu ändern (denn diese Fähigkeit bedurfte für gewöhnlich vieler Jahre Übung) schliefen momentan noch auf der Anhöhe, die sich etwas entfernt auf der anderen Seite des Gebäudes befand. Der Größte dieser Jungdrachen war gerade mal drei Meter hoch wenn er sich streckte und er war definitiv ein Witz gegen das stolze Wesen das sich vor ihr zeigte.
Vor dem Drachen konnte Sara mit zusammengekniffenen Augen eine ältere Dame erkennen die neben sich zwei kleine Gestallten stehen hatte. Die etwas größere von den beiden, schien genauso wie Sebbeth weißes Haar zu haben, jedoch war es noch ein ganzes Stück kürzer als die ohnehin schon kurze Frisur ihrer Freundin. Die kleinere Gestalt hatte knallrotes Haar, das wie Unkraut kreuz und quer auf dem Kopf zu wachsen schien. Ihnen gegenüber waren der Chef und Meister Korum, der Mathe und Heilmagie in Saras Klasse unterrichtete und der stellvertretende Direktor der Schule war.
Kurz nachdem sich Sara den ersten Eindruck hatte verschaffen können setzten sich die kleinen entfernten Figuren in Bewegung in Richtung des Hauptgebäudes. Der Drache indes stand auf und trottete gemütlich auf die Unterkünfte der Schüler zu um dann bald hinter der Mauer und damit aus dem Sichtfeld der Mädchen zu verschwinden. Hektik breitete sich in dem kleinen Schlafraum aus. Außer Osiris, die wohl wieder die Nacht bei ihrem kleinen Bruder verbrachte hatte, damit dieser schlafen kann und Lisa, die noch bis spät gefeiert hatte, klaubten die Mädchen alle schnell ihre Kleidungsstücke zusammen und machten sich auf den Weg in das Hauptgebäude um in der Aula ihr Frühstück zu sich zu nehmen. Dabei war jedoch offensichtlich, dass sie ausschließlich die Neuen mal von nahem sehen wollten.

Grüßle Leu









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