Also, wir müssen in der Schule nen Aufsatz, genauer, ne Kurzgeschichte schreiben. Es ist völlig egal, worum es sich dabei handelt, einzige Kriterien:
- die Story soll spannend sein, sprich langsam Spannung aufbauen und sich dann kurz vor Schluss entladen
- Story soll mehr oder weniger abgeschlossen sein
Tja, zuerst wollte ich ne Art Thief-fanfiction machen (falls wer das Spiel kennt, die Mission zur Wiege sollte als Vorlage dienen) habe dann aber gemerkt, dass sich das nicht sauber abschliessen lässt und einige Fragen offen lässt.
Und so bin ich auf die glorreiche Idee gekommen ( unter anderem auch weil ich erst kürzlich "Master & Commander" gesehen habe) ne art Kaperfahrt um 1800 zu beschreiben. Die nautischen Fachbegriffe hab ich auf Wikipedia nachgelesen, das heisst alles "selftought", was wiederrum heisst dass es wohl voller Fehler ist...
Wie dem auch sei, es geht mir bei folgendem Text nicht um die richtige Anwendung der Fachausdrücke sondern eher darum, ob IHR die Geschichte als spannend empfindet oder eher zum Einschläfern.
Die Geschichte ist noch nicht abgeschlossen, der letzte Abschnitt wird sowieso noch etwas bearbeitet. Mir fehlt ne gute Idee für den Schluss. Ich wollte erst schreiben, wie sie die Gefallenen beerdigen (oder bewässern?
Also, wie gesagt, ganz fertig ist es noch nicht.
ich hab den Text zwar mehrere Male durchgelesen, aber auch einem Genie (
(z.B wusste ich lange nicht, wie ich den Kapitän nennen soll, daher nannte ich ihn einfach "Kapitän so und so". Kann eventuell sein, dass ihr diesem Herrn So und so mal begegnet, was ich aber nicht hoffe xD)
So, hier die Geschichte, Titel hab ich noch keinen Intelligenten gefunden...:
Die HMS Eternity pflügte leise durch das ruhige Wasser. Der Nebel, der über der Wasseroberfläche wie ein Teppich lag, war so dicht, dass man keine 50 Meter weit sehen konnte. Der leichte Wind war stark genug, das Schiff voranzutreiben, jedoch zu schwach, um die dichten Nebelschleier fortzuwehen. Auf dem Deck der britischen Fregatte herrschte fast vollkommene Stille, die meisten der Matrosen wechselten kaum ein Wort untereinander. Alle gingen sie konzentriert und leise ihrer Arbeit nach.
In der Kapitänskajüte hatten sich die ranghöheren Offiziere und der Kapitän selbst versammelt. Eine Seekarte, auf der detailliert die Küstenlinie von Südafrika aufgezeichnet war, lag ausgebreitet auf dem Tisch.
"Schätzungsweise befindet sich die Sirène 7 oder 8 Seemeilen vor der Küste, etwa hier“, Kapitän Sean Hawkins deutete auf einen bestimmten Punkt auf seiner Karte.
"Die Sirène hat wenig Tiefgang, es wird schwierig werden, sie in seichtem Wasser entern zu wollen“, warf einer der jüngeren Offiziere ein.
"Dazu kommt, dass die Gewässer dort sehr gefährlich sind"
"Wir haben den Franzosen schwer zugesetzt, wahrscheinlich hoffen sie, wir würden am stürmischen Kap ihre Spur verlieren. Sie dürfen jedoch nicht vergessen, Mr. Graham, dass wir ihnen bei unserer letzten Begegnung vor 2 Tagen eine volle Breitseite verpassen konnten. Ihr Grossmast ist schwer beschädigt, die Sirène dürfte selbst erhebliche Schwierigkeiten haben, sicher das Kap der guten Hoffnung zu umfahren. Wenn sie mich fragen, ist das Handeln des französischen Kapitäns ein reiner Verzweiflungsakt." meinte ein Anderer.
"Nun, wir dürfen dabei nicht ausser Acht lassen, dass die Franzosen mit ihrer Sirène weitaus wendiger sind als wir. Und ich glaube nicht, dass ich sie daran erinnern muss, dass wir selbst einige Treffer einstecken mussten-“
"Gentlemen“, unterbrach Hawkins die beiden, „unser Auftrag lautet die Sirène zu kapern und notfalls auch versenken. Wir behalten unseren Kurs bei und holen die Sirène noch vor Einbruch der Nacht ein. Wir werden versuchen, uns unbemerkt zu nähern. Der Nebel wird uns dabei einen grossen Vorteil verschaffen. " Nachdem weitere Einzelheiten besprochen worden waren, verliessen die Offiziere auf einen Wink des Kapitäns hin den Raum.
Es war später Nachmittag, als einer der jungen Seekadetten, die gerade den Umgang mit dem Sextanten übten, die Silhouette der Sirène in der Ferne entdeckte. Die Männer, die bereits den ganzen Tag mit den nötigen Vorkehrungen an Bord beschäftigt gewesen waren, wurden nun zu noch grösserer Eile angetrieben. Sollten sie die französische Fregatte als Prise aufbringen können, würde das ihnen allen ein ordentliches Sümmchen einbringen.
Mit einem Mal nahm der Wind an Stärke zu und wehte die Nebelschwaden davon. Vor ihnen erstreckte sich der weite, tiefblaue Ozean. Zu ihrer Rechten kam die mit Dunst verhangene Küste Südafrikas in Sicht.
Es musste den Franzosen einen gewaltigen Schrecken einjagen, ihre Verfolger plötzlich wie aus dem Nichts hinter sich auftauchen zu sehen. Aufgrund der nur notdürftig ausgebesserten Segel kam die Fregatte trotz des guten Windes nur langsam voran, während die HMS Eternity durch das Wasser schnellte. Noch trennten etwa eine Seemeile die beiden Schiffe. Die Umgebung wurde jedoch zusehends gefährlicher. Hie und da ragten scharfe Felskanten aus dem Wasser. Das Riff konnte den Schiffsrumpf der Eternity mühelos aufreissen und sie auf Grund laufen lassen. Doch auch die Franzosen mussten sich hüten. Plötzlich drehte die Sirène nach steuerbord ab, direkt auf eine Felsengruppe zu.
Kapitän Hawkins stand vorne am Bug und beobachtete aufmerksam durch sein Fernrohr das Treiben der französischen Besatzung. Die Franzosen versuchten, im niedrigen Gewässer zu entkommen. Die Nemesis würde ihnen zwischen den eng beieinander liegenden Felsbrocken nicht mehr folgen können. Er hatte genug gesehen. Entschlossenen Schrittes machte sich Hawkins auf zu seiner Kabine, um sich für den bevorstehenden Kampf vorzubereiten.
"Mr. Bricks, setzen sie die Kreuzstag- und Grossstagsegel, wir müssen die Sirène eingeholt haben, bevor sie das Kap erreicht. Mr. Hammond, bereiten sie die Gewehrschützen auf ihren Einsatz vor." Er winkte einen seiner Leutnants, einen jungen Mann namens Ferris, zu sich heran. "Mr. Ferris, machen sie die Kanonen klar zum Gefecht!"
"Aye, Sir!"
Dank ihrer hohen Geschwindigkeit holte die HMS Eternity die Sirène innerhalb einer halben Stunde ein. Als sie auf fast gleicher Höhe waren, feuerten die Kanonen der Sirène ihre erste Salve ab - zu früh. Die meisten Kanonenkugeln zischten vor dem Bug der Eternity vorbei und schlugen harmlos auf der Wasseroberfläche auf. Einige Kugeln jedoch fanden ihr Ziel: Die vordersten Kanonen der Eternity wurden samt Besatzung fortgerissen. Die Geschosse hinterliessen ausgefranste, klaffende Löcher in der Schiffswand. Die umstehenden Männer duckten sich hinter ihre eigenen Kanonen, um nicht von den herumfliegenden Holzsplittern, die so tödlich wie Gewehrkugeln sein konnten, getroffen zu werden.
Leutnant Ferris versuchte dem Chaos unter Deck Herr zu werden. "Kanonen bereit halten, noch nicht feuern!" donnerte er. Die Männer waren diszipliniert genug, zu warten, bis die Eternity vollständig zur Sirène aufgeschlossen hatte. "Feuer erwidern!" Ferris' Ruf ging in dem donnernden Krachen der Kanonen unter. Die englische Salve zerriss die Flanke der Sirène regelrecht...
An Deck lieferten sich die Gewehrschützen beider Schiffe währenddessen ein unbarmherziges Gefecht. Gleichzeitig zwang die Eternity die Sirène, nach backbord abzudrehen und damit wieder auf das offene Meer hinauszusegeln.
Als die englischen Kanonen den Bug der Sirène zerfetzten, gab Hawkins sofort den Befehl zum Entern. "Enterhaken los!" Die Engländer setzten, angeführt von Mr. Hammond, auf die Fregatte über. Die wenigen Franzosen, die noch an Bord waren, wurden mühelos zurückgeschlagen. An Bord der Sirène wurde es plötzlich sehr still....
Hawkins trat neben Hammond, misstrauisch den Blick über das Deck schweifend. Ausser dem Knarzen der Deckbalken, dem Rauschen der Wellen und dem flattern des Segeltuchs in der Takelage war nichts zu hören. Auch der Kanonenrauch begann sich langsam zu verflüchtigen.
Vorsichtig schritt Hammond über das Deck. Als nichts geschah, drehte er sich um und wollte gerade ein triumphierendes "Hoch lebe England" ausstossen, als sich plötzlich hinter einem Fass ein Franzose erhob und ihm eine Kugel genau zwischen die Augen verpasste. Tödlich getroffen sank Hammond zu Boden. Noch bevor er aufschlug, brach an Bord der Sirène ein wüstes Gemetzel aus. Die Franzosen hatten sich lediglich unter Deck versteckt gehalten und auf den richtigen Moment gewartet. Hawkins zog seinen Degen gerade noch schnell genug, um den Hieb eines heransausenden französischen Säbels zu parieren. Völlig überrascht hatten Hawkins und seine Crew alle Mühe, den Franzosen Stand zu halten...
Unter Deck waren Mr. Ferris und seine Leute dabei, durch die Schusslöcher in den Rumpf der Sirène einzudringen. An einer von den Kanonen besonders schwer beschädigten Stelle schufen sie sich einen schmalen Durchgang ins Innere der Sirène. Die französische Kanonenbesatzung schlug sich tapfer, doch sie hatten gegen die britische Übermacht keine Chance. Zum einen, weil es nur noch wenige gab, die überhaupt noch in der Lage waren, sich zu verteidigen, zum anderen, weil die erfahreneren Soldaten oben an Deck kämpften. Ferris schlug sich mit seiner Truppe bis zum Deck durch, wo die restlichen Franzosen bereits erfolgreich begonnen hatten, die Briten auf ihr eigenes Schiff zurückzudrängen. Mit der plötzlichen Verstärkung drehte Kapitän Hawkins den Spiess jedoch schlagartig wieder um. Die meisten Franzosen ergaben sich kampflos, als sie sich, zwischen den Briten eingekeilt, ihrer aussichtslosen Situation bewusst wurden...





